Der günstigste Weg durch die höhere Berufsbildung ist der, bei dem am meisten an dir hängen bleibt. Nach den Zahlen des Bundesamtes für Statistik kostet eine Ausbildung an einer höheren Fachschule im Schnitt 13 700 Franken, ein eidgenössischer Fachausweis 15 500 und ein eidgenössisches Diplom 20 800. Bei den höheren Fachschulen tragen die Kandidatinnen und Kandidaten aber knapp zwei Drittel selbst, bei den eidgenössischen Prüfungen nur 40 beziehungsweise 39 Prozent.
Wer die drei Wege nach dem Preisschild vergleicht, vergleicht also die falsche Grösse. Dieser Beitrag zeigt die Zahlen, ihre Finanzierungsstruktur und die Vorbehalte, die das BFS selbst dazu macht — und was daraus für eine Abschlussarbeit folgt, die diese Zahlen verwendet.
Inhalt
- Die drei Durchschnittskosten
- Was in der Zahl steckt — und was nicht
- Wer bezahlt: die Ebene, die den Vergleich dreht
- Eine Überschlagsrechnung
- Die Vorbehalte des BFS
- Die zweite Währung: Zeit
- Wie du die Zahlen korrekt verwendest
- Häufige Fragen
Die drei Durchschnittskosten
Das BFS erhebt die Kosten der höheren Berufsbildung und weist sie nach Abschlussart aus:
| Abschluss | Durchschnittliche Kosten |
|---|---|
| Ausbildung an einer höheren Fachschule | 13 700 Franken |
| Eidgenössischer Fachausweis (Berufsprüfung) | 15 500 Franken |
| Eidgenössisches Diplom (höhere Fachprüfung) | 20 800 Franken |
Quelle: BFS, Ausbildungskosten in der höheren Berufsbildung und deren Finanzierung. Abgerufen am 14. August 2026.
Die Spanne zwischen dem tiefsten und dem höchsten Wert beträgt 7 100 Franken. Das ist ein eigener Rechenschritt und keine publizierte Zahl — wer ihn in einer Arbeit verwendet, deklariert ihn als eigene Berechnung.
Was in der Zahl steckt — und was nicht
Das BFS definiert den Kostenbegriff eng und ausdrücklich: Die Kosten «setzen sich aus Prüfungs-, Kurs- und Materialkosten zusammen». Erhoben werden sie zudem nicht bei den Anbietern, sondern «basieren auf den Angaben der Prüfungskandidat/-innen».
Beides ist beim Zitieren wichtig. Drei Kostenarten, selbst deklariert — das heisst, die Zahl ist keine Vollkostenrechnung. Nicht enthalten sind insbesondere:
- Der Erwerbsausfall, wenn das Pensum reduziert wird — bei einem berufsbegleitenden Weg oft der grösste Posten überhaupt.
- Reise- und Unterkunftskosten zu Kurs- und Prüfungsorten.
- Betreuungskosten, die während der Präsenzzeiten anfallen.
- Wiederholungen, falls ein Qualifikationsverfahren nicht auf Anhieb bestanden wird.
Wer in einer Arbeit «die Kosten einer höheren Berufsbildung» schreibt und dabei diese Zahl meint, sollte das Perimeter mitschreiben. Andernfalls behauptet man mehr, als die Quelle hergibt.
Wer bezahlt: die Ebene, die den Vergleich dreht

Das BFS nennt als wichtigste Finanzierungsquellen die Eigenfinanzierung, die Finanzierung durch den Arbeitgeber sowie Bundesbeiträge bei den eidgenössischen Fachausweisen und Diplomen. Die Verteilung:
| Abschluss | Selbst getragen | Arbeitgeber | Bundesbeiträge |
|---|---|---|---|
| Höhere Fachschule | knapp zwei Drittel | mehr als ein Fünftel | — |
| Eidg. Fachausweis | 40 % | mehr als ein Fünftel | mehr als 30 % |
| Eidg. Diplom | 39 % | mehr als ein Fünftel | mehr als 30 % |
Quelle: BFS, wie oben. Wer eine höhere Fachschule besucht hat, wird laut BFS zudem stärker finanziell durch die Familie unterstützt.
Zwei Beobachtungen, die in keiner Schlagzeile stehen:
Erstens sind die Bundesbeiträge an die eidgenössischen Prüfungen gebunden. Sie erscheinen in der Tabelle nur bei Fachausweis und Diplom — die Ausbildung an einer höheren Fachschule ist ein anderer Rechtskreis mit einer anderen Finanzierungslogik.
Zweitens ist der Arbeitgeberanteil bemerkenswert stabil: mehr als ein Fünftel bei allen drei Abschlussarten. Für ein Gespräch mit dem eigenen Betrieb ist das eine nützliche Zahl — eine Beteiligung ist nicht die Ausnahme, sondern der statistische Normalfall.
Eine Überschlagsrechnung

Setzt man die Anteile auf die Durchschnittskosten an, ergibt sich der eigentliche Befund. Die folgenden Werte sind eigene Berechnungen aus den publizierten Zahlen, keine BFS-Angaben:
- Höhere Fachschule: rund zwei Drittel von 13 700 Franken sind etwa 9 100 Franken Eigenanteil.
- Eidgenössischer Fachausweis: 40 % von 15 500 Franken sind etwa 6 200 Franken.
- Eidgenössisches Diplom: 39 % von 20 800 Franken sind etwa 8 100 Franken.
Damit kehrt sich die Rangfolge um: Der Weg mit dem niedrigsten Bruttopreis belastet das eigene Budget am stärksten, und der Weg mit dem höchsten Bruttopreis liegt beim Eigenanteil dazwischen. Wer nur die erste Tabelle liest, zieht den falschen Schluss.
Diese Umkehrung ist zugleich ein gutes Beispiel für eine Argumentationsfigur, die in vielen Abschlussarbeiten trägt: Ein Bruttowert und ein Anteil führen zu gegenläufigen Aussagen, und die interessante Frage ist, welcher der beiden zur Fragestellung passt.
Zwei Hinweise zur Sorgfalt bei solchen Rechnungen. Erstens ist «knapp zwei Drittel» keine exakte Zahl — der abgeleitete Betrag für die höhere Fachschule ist entsprechend ein Näherungswert und sollte gerundet und mit «rund» ausgewiesen werden. Zweitens multiplizierst du hier zwei Durchschnitte miteinander: einen mittleren Kostenwert und einen mittleren Finanzierungsanteil. Das Ergebnis beschreibt keine reale Person, sondern eine rechnerische Grösse. Für die Argumentation genügt das, solange du es sagst; als «typischer Eigenanteil einer Kandidatin» verkauft, wäre es eine Überinterpretation.
Wer den Vergleich für eine konkrete Entscheidung braucht, kommt ohnehin nicht um die tatsächlichen Zahlen des eigenen Bildungsgangs herum: Kurskosten der Anbieter, Prüfungsgebühren der Trägerschaft und die Auskunft des eigenen Betriebs zur Beteiligung. Die BFS-Werte liefern den Rahmen, in den diese Einzelwerte einzuordnen sind — nicht deren Ersatz.
Die Vorbehalte des BFS
Das Amt macht selbst zwei Einschränkungen, die in jede Verwendung gehören:
- Die Kosten variieren stark nach Ausbildung. Der Durchschnitt beschreibt keinen konkreten Bildungsgang, sondern die Mitte einer Verteilung, deren Breite nicht ausgewiesen ist.
- Nicht jedes Jahr finden bei allen Ausbildungen Prüfungen statt. Daraus können sich, so das BFS, «auch grössere Schwankungen bei den durchschnittlichen Kosten» ergeben. Zwei Jahrgänge lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres vergleichen.
Der zweite Punkt ist der schärfere. Er bedeutet, dass eine Veränderung zwischen zwei Jahren nicht automatisch eine Kostenentwicklung anzeigt — sie kann schlicht daran liegen, welche Prüfungen in jenem Jahr stattfanden. Eine Zeitreihe aus diesen Zahlen zu bauen und als Trend zu interpretieren, ist ohne diese Erklärung nicht haltbar.
Die zweite Währung: Zeit
Geld ist nur die eine Seite. Das BFS erhebt auch den zeitlichen Aufwand, und dort zeigt sich, warum die Schlussphase so hart trifft: Bei der Vorbereitung auf einen eidgenössischen Fachausweis liegt der Aufwand bei rund 13 Wochenstunden und steigt in der Prüfungsphase auf 18; beim eidgenössischen Diplom von etwa 14 auf 24 Wochenstunden. Die mediane Dauer beider Wege liegt knapp unter zwei Jahren, ein Diplom einer höheren Fachschule dauert in der Regel drei Jahre.
Was das für die Planung der Abschlussarbeit bedeutet — und warum man gegen die Spitze plant statt gegen den Durchschnitt —, steht in berufsbegleitend zur Abschlussarbeit.
Wie du die Zahlen korrekt verwendest
- Nenne das Perimeter. «Prüfungs-, Kurs- und Materialkosten, Angaben der Kandidatinnen und Kandidaten» gehört an die Zahl, nicht in eine Fussnote am Kapitelende.
- Trenne Brutto und Eigenanteil. Beides sind Kosten, aber sie beantworten verschiedene Fragen.
- Deklariere abgeleitete Werte. Die Frankenbeträge der Eigenanteile oben sind eigene Berechnungen; als solche gehören sie gekennzeichnet.
- Übernimm die Vorbehalte. Starke Variation nach Ausbildung und Schwankungen durch den Prüfungsrhythmus sind Aussagen der Quelle über ihre eigenen Daten.
- Gib das Abrufdatum an. Die Seiten werden aktualisiert.
Wie die Wege rechtlich ausgestaltet sind, auf die sich diese Zahlen beziehen, steht in Berufsprüfung und höhere Fachprüfung und in Diplomarbeit an der Höheren Fachschule. Wer bei der Finanzierung auf kantonale Unterstützung angewiesen ist, findet die Zuständigkeitsregel in kantonale Ausbildungsbeiträge. Und die Einordnung der höheren Berufsbildung im Bildungsstand der Schweiz liefert Bildungsstand der Schweiz.
Zahlen belegen, Zeit sparen
Wenn eine Ausbildung grösstenteils selbst bezahlt und neben dem Beruf absolviert wird, ist jede Stunde in der Schlussphase teuer erkauft. Strukturiere deine Abschlussarbeit mit Tesify: Aufbau und Quellenangaben laufen mit, während du schreibst — der Text bleibt zu 100 % deiner.
Häufige Fragen
Was kostet eine höhere Fachschule in der Schweiz?
Im Durchschnitt 13 700 Franken laut BFS, gerechnet als Summe von Prüfungs-, Kurs- und Materialkosten nach Angaben der Kandidatinnen und Kandidaten. Es ist zugleich der Weg mit dem höchsten Eigenanteil: Knapp zwei Drittel werden selbst getragen.
Was kostet ein eidgenössischer Fachausweis?
Im Durchschnitt 15 500 Franken. Für diesen Weg decken Bundesbeiträge mehr als 30 Prozent der Kosten, und der Eigenanteil liegt bei 40 Prozent.
Was kostet ein eidgenössisches Diplom?
Im Durchschnitt 20 800 Franken — brutto der teuerste der drei Wege. Auch hier decken Bundesbeiträge mehr als 30 Prozent, der Eigenanteil beträgt 39 Prozent.
Beteiligt sich der Arbeitgeber?
Nach den BFS-Zahlen trägt der Arbeitgeber bei allen drei Abschlussarten mehr als ein Fünftel der Kosten. Die Stabilität dieses Anteils spricht dafür, dass eine Beteiligung die statistische Normalität ist.
Sind Erwerbsausfall und Reisekosten enthalten?
Nein. Erfasst sind ausschliesslich Prüfungs-, Kurs- und Materialkosten. Reduziertes Pensum, Reisen, Unterkunft, Betreuung und allfällige Wiederholungen kommen hinzu und müssen separat geschätzt werden.
Kann ich die Werte zweier Jahre vergleichen?
Nur mit Vorbehalt. Das BFS weist darauf hin, dass nicht jedes Jahr bei allen Ausbildungen Prüfungen stattfinden und dass daraus grössere Schwankungen der Durchschnittskosten entstehen können. Eine Differenz zwischen zwei Jahren ist deshalb nicht ohne Weiteres eine Kostenentwicklung.
Warum ist der günstigste Weg der teuerste?
Weil Bruttokosten und Eigenanteil auseinanderfallen. Die höhere Fachschule hat die tiefsten Gesamtkosten, aber den höchsten selbst getragenen Anteil; die eidgenössischen Prüfungen kosten mehr, werden aber zu über 30 Prozent durch Bundesbeiträge mitfinanziert.
Quelle
Bundesamt für Statistik, Ausbildungskosten in der HBB und deren Finanzierung sowie Personen in Ausbildung — Tertiärstufe höhere Berufsbildung, abgerufen am 14. August 2026. Die Durchschnittskosten, die Finanzierungsanteile, die Angaben zum zeitlichen Aufwand und die beiden Vorbehalte stammen aus dieser Quelle; die daraus abgeleiteten Frankenbeträge der Eigenanteile und die Spannweite von 7 100 Franken sind eigene Berechnungen.
