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Studierende in Österreich und der Schweiz 2026: Hochschulstatistik im DACH-Vergleich

An Österreichs öffentlichen Universitäten waren im Wintersemester 2024/25 rund 264.900 ordentliche Studierende eingeschrieben. In der Schweiz zählten die öffentlichen Hochschulen im Herbstsemester 2024/25 insgesamt etwa 281.000 Studierende — davon rund 172.000 an universitären Hochschulen, 85.000 an Fachhochschulen und knapp 25.000 an Pädagogischen Hochschulen.

Wer im DACH-Raum studieren, vergleichen oder eine Arbeit über Hochschulsysteme schreiben will, stößt schnell auf ein Problem: Die drei Länder zählen unterschiedlich. Dieser Beitrag stellt die amtlichen Zahlen nebeneinander und benennt ausdrücklich, wo ein direkter Vergleich nicht trägt.

Österreich: Studierende an öffentlichen Universitäten

Hochschulsektor Österreich, Wintersemester 2024/25
Kennzahl Wert Anmerkung
Ordentliche Studierende an öffentlichen Universitäten rund 264.900 ohne außerordentliche Studierende
Weitere Sektoren Fachhochschulen, Privatuniversitäten, Pädagogische Hochschulen separat ausgewiesen
Größte Universität Universität Wien, rund 87.000 Studierende 20 Fakultäten und Zentren, ca. 188 Studien

Die österreichische Statistik unterscheidet konsequent zwischen ordentlichen und außerordentlichen Studierenden — Letztere absolvieren etwa Vorstudienlehrgänge oder Universitätslehrgänge und werden getrennt geführt. Wer österreichische mit deutschen Zahlen vergleicht, muss diese Abgrenzung mitnennen; sonst entsteht eine Untererfassung.

Bemerkenswert ist die Konzentration: Allein die Universität Wien vereint mit rund 87.000 Studierenden etwa ein Drittel aller ordentlich Studierenden an öffentlichen Universitäten des Landes auf sich. Sie ist damit die größte und mit ihrer Gründung 1365 zugleich die älteste Universität des heutigen deutschsprachigen Raums. Wie die Zulassung dort funktioniert, beschreibt der Beitrag zur Bewerbung an der Universität Wien.

Schweiz: drei Hochschultypen, getrennt gezählt

Drei unterschiedlich hohe Balkengruppen als Ländervergleich
Drei Länder, drei Zählweisen: Ein direkter Vergleich der Gesamtzahlen führt in die Irre.
Studierende an öffentlichen Hochschulen der Schweiz, Herbstsemester 2024/25
Hochschultyp Studierende Anteil
Universitäre Hochschulen rund 172.000 ca. 61 %
Fachhochschulen rund 85.000 ca. 30 %
Pädagogische Hochschulen knapp 25.000 ca. 9 %
Gesamt rund 281.000 100 %

Die Schweizer Besonderheit ist die Dreiteilung: Neben universitären Hochschulen und Fachhochschulen bilden die Pädagogischen Hochschulen einen eigenen, statistisch getrennt geführten Sektor. In Deutschland und Österreich ist die Lehramtsausbildung dagegen überwiegend in die Universitäten integriert — schon deshalb sind Gesamtzahlen nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Zu den universitären Hochschulen zählen die zehn kantonalen Universitäten sowie die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne, ergänzt um einige weitere Institutionen. Wie die Zulassung an der bekanntesten von ihnen abläuft, beschreibt der Beitrag zur Bewerbung an der ETH Zürich.

Abschlüsse: der auffälligste Befund

Abschlüsse an universitären Hochschulen der Schweiz, 2024
Abschlussart Anzahl
Bachelor 16.436
Master 17.233
Doktorat 4.805

Zwei Zahlenverhältnisse verdienen Aufmerksamkeit:

  • Mehr Master- als Bachelorabschlüsse. Das ist kein Erhebungsfehler, sondern Folge des hohen Anteils internationaler Studierender, die erst zum Masterstudium in die Schweiz kommen — besonders an den beiden ETH.
  • Auf gut drei Bachelorabschlüsse kommt ein Doktorat. Diese Quote ist im internationalen Vergleich außergewöhnlich hoch und spiegelt die Forschungsintensität und die starke Drittmittelfinanzierung des Schweizer Systems.

Der DACH-Vergleich — und seine Grenzen

Studierende in einem hellen Lernbereich einer Fachhochschule
Gleiche Bildungsstufe, unterschiedliche institutionelle Zuordnung — die Zählweise entscheidet über die Zahl.
Größenordnungen im Überblick
Land Studierende Abgrenzung
Deutschland knapp 2,9 Millionen alle Hochschultypen
Österreich rund 264.900 nur ordentliche Studierende an öffentlichen Universitäten
Schweiz rund 281.000 alle drei öffentlichen Hochschultypen

Drei Fallstricke, die in Abschlussarbeiten regelmäßig zu falschen Aussagen führen:

  1. Unterschiedliche Abgrenzung. Die österreichische Zahl umfasst nur einen Sektor, die Schweizer alle drei, die deutsche ebenfalls alle. Wer die Gesamtzahlen direkt gegenüberstellt, unterschätzt Österreich systematisch.
  2. Unterschiedliche Stichtage. Österreich und Deutschland melden zum Wintersemester, die Schweiz zum Herbstsemester. Die Zeiträume ähneln sich, sind aber nicht identisch.
  3. Absolutzahlen statt Quoten. Bei Einwohnerzahlen von rund 84, 9 und 9 Millionen sagt der Absolutvergleich wenig. Aussagekräftig ist die Studierendenquote je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner — nach dieser Kennziffer liegen die drei Länder deutlich näher beieinander, als die Rohzahlen vermuten lassen.

Die deutsche Vergleichsgröße ist im Beitrag zu den Studierendenzahlen in Deutschland ausgeführt; die Abschlusszahlen behandelt die Übersicht zu den Hochschulabsolventinnen und -absolventen in Deutschland, und die personelle Ausstattung ordnet der Beitrag zum Personal an deutschen Hochschulen ein.

Quellen und Zitierhinweis

  • Österreich: Statistik Austria, Statistik „Studierende, belegte Studien“; ergänzend das Statistische Taschenbuch „Hochschulen und Forschung“ des zuständigen Bundesministeriums.
  • Schweiz: Bundesamt für Statistik (BFS), Bereich Bildung und Wissenschaft, Tertiärstufe Hochschulen.
  • Deutschland: Statistisches Bundesamt (Destatis), Hochschulstatistik.

Zitiere in deiner Arbeit stets die amtliche Primärquelle mit Berichtsjahr und Tabellenbezeichnung — nicht diesen Beitrag und nicht ein Datenportal, das die Zahlen weiterverbreitet. Und gib die Abgrenzung immer mit an: „ordentliche Studierende an öffentlichen Universitäten“ ist eine andere Größe als „Studierende insgesamt“, auch wenn beide Zahlen aus derselben Statistik stammen.

Häufige Fragen zur Hochschulstatistik in Österreich und der Schweiz

Wie viele Studierende gibt es in Österreich?

Im Wintersemester 2024/25 rund 264.900 ordentliche Studierende an den öffentlichen Universitäten. Fachhochschulen, Privatuniversitäten und Pädagogische Hochschulen werden separat ausgewiesen.

Wie viele Studierende gibt es in der Schweiz?

Im Herbstsemester 2024/25 rund 281.000 an öffentlichen Hochschulen: etwa 172.000 an universitären Hochschulen, 85.000 an Fachhochschulen und knapp 25.000 an Pädagogischen Hochschulen.

Welche Hochschultypen gibt es in der Schweiz?

Drei: universitäre Hochschulen — zehn kantonale Universitäten, die beiden ETH und einige weitere Institutionen —, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen.

Wie viele Abschlüsse werden an Schweizer Universitäten vergeben?

2024 an den universitären Hochschulen 16.436 Bachelor-, 17.233 Master- und 4.805 Doktoratsabschlüsse. Auf gut drei Bachelorabschlüsse kommt ein Doktorat — international ein sehr hoher Anteil.

Welche ist die größte Universität im deutschsprachigen Raum?

Die Universität Wien mit rund 87.000 Studierenden an 20 Fakultäten und Zentren; sie ist mit ihrer Gründung 1365 zugleich die älteste.

Wie lassen sich die Zahlen der drei Länder vergleichen?

Nur bei gleicher Abgrenzung oder als Quote je Einwohnerzahl. Deutschland zählt alle Hochschultypen, Österreich weist die öffentlichen Universitäten getrennt aus, die Schweiz unterscheidet drei Sektoren.

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