Im Wintersemester 2024 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 88.144 Studierende im Studienfach Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben — 47.490 Männer und 40.654 Frauen. Der Frauenanteil liegt damit bei rund 46 Prozent, die internationale Beteiligung bei rund 17,5 Prozent. Beide Werte weichen deutlich vom Bild ab, das viele vom Fach haben.
Wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge gehören zu den größten in Deutschland — und zu denen, über die am meisten Halbwissen kursiert. Dieser Datenüberblick stellt die amtlichen Zahlen zusammen, ordnet sie im Fachvergleich ein und benennt, wo die Statistik anders geschnitten ist, als der Alltagsbegriff vermuten lässt.
Wie viele Studierende zählt das Fach?
Das Statistische Bundesamt weist für das Studienfach Wirtschaftswissenschaften im Wintersemester 2024 insgesamt 88.144 Studierende aus. Davon besitzen 72.708 die deutsche Staatsangehörigkeit.
| Gruppe | Insgesamt | Männlich | Weiblich |
|---|---|---|---|
| Alle Studierenden | 88.144 | 47.490 | 40.654 |
| Studierende mit deutscher Staatsangehörigkeit | 72.708 | 39.988 | 32.720 |
| Rechnerische Differenz | 15.436 | 7.502 | 7.934 |
Ein Hinweis zur Einordnung, der häufig übersehen wird: Diese Zahl bezieht sich auf das Studienfach Wirtschaftswissenschaften. Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre werden in der amtlichen Fachsystematik getrennt geführt, und die übergeordnete Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist ein Vielfaches größer. Wer „wie viele BWL-Studierende gibt es“ fragt, erhält deshalb je nach Abgrenzung sehr unterschiedliche Antworten. Die Gesamtperspektive über alle Fächer und Bundesländer bietet der Überblick zu den Studierendenzahlen in Deutschland.
Gemessen an rund 2,9 Millionen Studierenden bundesweit entfallen auf das Einzelfach damit etwa drei Prozent aller Einschreibungen.
Wie ausgeglichen ist das Geschlechterverhältnis?

Mit 40.654 Frauen unter 88.144 Studierenden liegt der Frauenanteil bei 46,1 Prozent. Das Fach ist damit eines der ausgeglichensten unter den großen Studienfächern — weit entfernt sowohl von den technischen Fächern mit deutlicher männlicher Mehrheit als auch von den stark weiblich geprägten Fächern.
Der Kontrast zur Humanmedizin ist aufschlussreich: Dort waren im selben Wintersemester 117.916 Studierende eingeschrieben, davon 76.482 Frauen — ein Frauenanteil von rund 64,9 Prozent. Zwei große, nachgefragte Fächer, zwei völlig unterschiedliche Geschlechterverteilungen.
| Kennzahl | Wirtschaftswissenschaften | Humanmedizin |
|---|---|---|
| Studierende insgesamt | 88.144 | 117.916 |
| Davon weiblich | 40.654 | 76.482 |
| Frauenanteil (berechnet) | 46,1 % | 64,9 % |
| Studierende mit deutscher Staatsangehörigkeit | 72.708 | 103.176 |
| Anteil ohne deutsche Staatsangehörigkeit (berechnet) | 17,5 % | 12,5 % |
Die Prozentwerte in dieser Tabelle sind aus den amtlichen Absolutzahlen berechnet und werden vom Statistischen Bundesamt in dieser Form nicht ausgewiesen. Die zugrunde liegenden Absolutwerte stammen aus den Fachtabellen zur Hochschulstatistik. Wie sich der Frauenanteil in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern darstellt, zeigt der Beitrag zum Frauenanteil in MINT-Studiengängen.
Wie international ist das Fach?

Aus der Differenz zwischen allen Studierenden (88.144) und jenen mit deutscher Staatsangehörigkeit (72.708) ergeben sich 15.436 Studierende ohne deutsche Staatsangehörigkeit — ein Anteil von rund 17,5 Prozent. In der Humanmedizin liegt der entsprechende Wert mit etwa 12,5 Prozent spürbar niedriger.
Der Unterschied hat strukturelle Gründe. Wirtschaftswissenschaftliche Programme werden häufig englischsprachig angeboten, sind weniger stark zulassungsbeschränkt als die Medizin und lassen sich international besser anerkennen. Für die Medizin wirken dagegen Zulassungsverfahren und Kapazitätsgrenzen begrenzend, wie der Beitrag zu den Medizinstudienplätzen in Deutschland zeigt.
Zu beachten ist die Definition: Die Statistik unterscheidet nach Staatsangehörigkeit, nicht nach Bildungsherkunft. Unter den 15.436 Personen sind daher sowohl Bildungsausländerinnen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben, als auch Bildungsinländer mit deutschem Schulabschluss und ausländischem Pass. Die Unterscheidung erläutert der Beitrag zu internationalen Studierenden in Deutschland.
Wie hat sich das Fach langfristig entwickelt?
Das Statistische Bundesamt führt für dieses Studienfach eine Zeitreihe ab dem Wintersemester 1975. Über den gesamten Zeitraum ist die Zahl der Studierenden deutlich gewachsen — Teil der allgemeinen Bildungsexpansion, in deren Verlauf sich die Gesamtzahl der Studierenden in Deutschland vervielfacht hat.
Bemerkenswert ist der Verlauf der jüngeren Jahre: Während die Humanmedizin von 2023 auf 2024 um 4,0 Prozent zulegte, verläuft die Entwicklung in vielen etablierten Fächern inzwischen deutlich flacher als in den Wachstumsphasen der 1990er- und 2000er-Jahre. Das entspricht dem Gesamtbild einer Hochschullandschaft, die nach langer Expansion ein Plateau erreicht hat.
Was bedeuten diese Zahlen für Studieninteressierte?
Drei Folgerungen lassen sich aus den Daten ziehen. Erstens ist das Fach groß genug, dass Standort und Profil den Unterschied machen, nicht die Fachwahl allein — bei über 88.000 Studierenden ist der Abschluss für sich genommen kein Alleinstellungsmerkmal. Zweitens spricht der hohe internationale Anteil dafür, englischsprachige Anteile und Auslandsoptionen aktiv einzuplanen. Drittens lohnt der Blick auf die Verwertungsseite: Wie sich Studienfächer bei Berufseinstieg und Verdienst unterscheiden, zeigt der Beitrag zum Einstiegsgehalt nach Studienfach.
Für alle, die bereits im Fach sind und vor der Abschlussarbeit stehen, ist die fachspezifische Erwartung an Empirie und Methodik entscheidend; sie beschreibt der Leitfaden zur Bachelorarbeit in BWL.
Methodischer Hinweis zu den Daten
Alle Absolutzahlen in diesem Beitrag stammen aus den Fachtabellen der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes und beziehen sich auf das Wintersemester 2024, den zum Redaktionsschluss aktuellsten dort ausgewiesenen Stand. Prozentwerte und Differenzen sind daraus berechnet und werden amtlich nicht in dieser Form veröffentlicht; sie sind im Text als berechnet gekennzeichnet.
Zu beachten ist außerdem, dass die Fachzuordnung auf dem ersten Studienfach beruht und Mehrfachimmatrikulationen die Vergleichbarkeit einzelner Jahre beeinflussen können. Für belastbare Zeitvergleiche ist stets dieselbe Fachabgrenzung zu verwenden — ein Wechsel zwischen Einzelfach und Fächergruppe führt zu Abweichungen um ein Vielfaches.
Amtliche Statistiken korrekt in die Arbeit einbauen
Wer Destatis-Zahlen in der Abschlussarbeit verwendet, muss Tabelle, Stand und Abgrenzung präzise belegen. Tesify unterstützt beim korrekten Beleg amtlicher Quellen, beim automatischen Literaturverzeichnis nach APA, Harvard oder DIN ISO 690 und bei der Originalitäts-Selbstprüfung vor der Abgabe.
Häufige Fragen zu den Zahlen
Wie viele Studierende gibt es in den Wirtschaftswissenschaften?
Im Wintersemester 2024 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 88.144 Studierende im Studienfach Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben, davon 47.490 Männer und 40.654 Frauen. Die Zahl bezieht sich auf das einzelne Studienfach, nicht auf die deutlich größere Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Wie hoch ist der Frauenanteil in den Wirtschaftswissenschaften?
Bei 40.654 Frauen unter 88.144 Studierenden liegt der Frauenanteil im Wintersemester 2024 bei rund 46,1 Prozent. Das Fach ist damit nahezu ausgeglichen besetzt — anders als etwa die Humanmedizin, wo der Frauenanteil bei knapp 65 Prozent liegt.
Wie viele internationale Studierende sind in den Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben?
Von 88.144 Studierenden im Fach besaßen 72.708 die deutsche Staatsangehörigkeit. Daraus ergibt sich rechnerisch ein Anteil von rund 17,5 Prozent Studierenden ohne deutsche Staatsangehörigkeit — ein für ein großes Fach vergleichsweise hoher Wert.
Sind Wirtschaftswissenschaften und BWL dasselbe?
Nicht ganz. In der amtlichen Statistik ist Wirtschaftswissenschaften ein eigenes Studienfach, das von den separat geführten Fächern Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre zu unterscheiden ist. Wer die Gesamtzahl aller wirtschaftsbezogenen Studierenden sucht, muss die Fächergruppe betrachten, nicht das Einzelfach.
Wie hat sich die Zahl der Studierenden im Fach entwickelt?
Das Statistische Bundesamt weist für dieses Studienfach eine Zeitreihe ab dem Wintersemester 1975 aus. Über diesen Zeitraum ist die Zahl deutlich gestiegen, wobei die Entwicklung der vergangenen Jahre flacher verläuft als in den Expansionsphasen früherer Jahrzehnte.
Welchen Anteil an allen Studierenden macht das Fach aus?
Bei rund 2,9 Millionen Studierenden insgesamt entsprechen 88.144 Studierende im Fach Wirtschaftswissenschaften einem Anteil von etwa drei Prozent. Da wirtschaftsbezogene Inhalte zusätzlich in zahlreichen benachbarten Fächern studiert werden, unterschätzt dieser Wert die tatsächliche Verbreitung des Gebiets.
