NC-Werte 2026: Numerus Clausus nach Fach & Uni im Überblick

NC-Werte 2026: Numerus Clausus nach Fach & Uni im Überblick

NC-Werte Statistik 2026: Der Numerus Clausus ist keine feste Zahl, sondern die Abiturnote der zuletzt zugelassenen Person in einem Auswahlverfahren — er entsteht jedes Semester neu aus dem Verhältnis von Bewerbungen zu verfügbaren Studienplätzen und kann an derselben Hochschule von Semester zu Semester schwanken. Wer NC-Werte für die Studienwahl nutzen will, sollte deshalb weniger nach einer einzigen „gültigen“ Zahl suchen als nach dem Muster über mehrere Semester.

Besonders bei stark nachgefragten Fächern wie Humanmedizin, Psychologie oder Rechtswissenschaft entscheidet der NC häufig darüber, wer direkt zum Wunschsemester zugelassen wird und wer auf Wartezeit- oder Auswahlverfahren der Hochschulen angewiesen ist. Dieser Überblick ordnet ein, wie der NC entsteht, welche Fächer bundesweit und welche dezentral vergeben werden, und wie sich die Werte grob nach Fachrichtung unterscheiden.

Kurze Antwort: Der Numerus Clausus (NC) entsteht rückwirkend pro Hochschule und Semester aus der Zahl der Bewerbungen im Verhältnis zu den verfügbaren Plätzen — es gibt keine bundesweit einheitliche NC-Liste. Bundesweit zulassungsbeschränkte Fächer wie Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie laufen über die Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) und das Dreiquotenmodell aus Abiturbestenquote, Zusätzlicher Eignungsquote und Quote der Hochschulen. Die meisten anderen NC-Fächer, etwa Psychologie, Jura oder BWL an einzelnen Standorten, vergeben die Hochschulen dezentral über eigene Auswahlverfahren. Verbindliche, aktuelle NC-Werte für das kommende Semester gibt es grundsätzlich erst nach Abschluss des jeweiligen Zulassungsverfahrens.

Was bedeutet Numerus Clausus genau?

Numerus Clausus ist lateinisch für „geschlossene Zahl“ und bezeichnet die Begrenzung der Studienplätze in einem Studiengang. In der Praxis wird der Begriff meist mit einem konkreten Notenwert gleichgesetzt: der Durchschnittsnote des letzten noch zugelassenen Bewerbers beziehungsweise der letzten noch zugelassenen Bewerberin in einem Auswahlverfahren. Ein Studiengang kann an einer Hochschule zulassungsbeschränkt und an einer anderen zulassungsfrei sein — der NC ist also immer standort- und semesterbezogen, nicht bundesweit einheitlich.

Wie entsteht ein NC-Wert?

Der NC wird nicht vorab festgelegt, sondern ergibt sich rückwirkend aus dem abgeschlossenen Auswahlverfahren: Die Hochschule oder die Stiftung für Hochschulzulassung vergibt die verfügbaren Plätze an die nach den jeweiligen Kriterien besten Bewerbungen, und die Note der zuletzt zugelassenen Person wird zum NC-Wert des Semesters. Das bedeutet auch, dass sich aus dem NC des Vorjahres keine Garantie für das kommende Semester ableiten lässt — er dient höchstens als grobe Orientierung.

Welche Fächer sind bundesweit zulassungsbeschränkt?

Bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge — aktuell Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie — werden zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) vergeben. Die Vergabe erfolgt über ein Dreiquotenmodell: die Abiturbestenquote (Abiturnote), die Zusätzliche Eignungsquote (unter anderem Testergebnisse und weitere Kriterien) sowie die Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH), die neben der Abiturnote auch Kriterien wie Testergebnisse, Berufsausbildung oder Auswahlgespräche berücksichtigen können. Eine ausführliche Einordnung der Zulassungswege für Medizin findet sich im Beitrag Medizin studieren trotz NC.

Psychologie zählt trotz hoher Nachfrage nicht zu den bundesweit über hochschulstart.de vergebenen Fächern, sondern wird an den meisten Standorten dezentral von den Hochschulen selbst vergeben.

Wie funktioniert der NC bei dezentral vergebenen Fächern?

Die überwiegende Mehrheit der NC-Fächer in Deutschland — von Psychologie über Jura bis zu vielen BWL- und Informatik-Studiengängen an einzelnen Standorten — wird nicht zentral, sondern direkt von der jeweiligen Hochschule vergeben. Das Grundprinzip ähnelt dem Dreiquotenmodell, die konkrete Ausgestaltung unterscheidet sich aber von Hochschule zu Hochschule: Manche vergeben ausschließlich nach Abiturnote, andere beziehen zusätzlich Motivationsschreiben, fachspezifische Tests oder Wartesemester in die Auswahl ein. Das grundsätzliche Zulassungsverfahren mit Dreiquotenmodell ist im Beitrag NC und Studienplatz: So funktioniert die Zulassung ausführlich erklärt.

Wie unterscheiden sich NC-Werte typischerweise nach Fach?

Die folgenden Angaben sind grobe, illustrative Einordnungen auf Basis der Bewerberlage vergangener Semester und keine verbindlichen Werte für ein kommendes Semester. Verbindliche, aktuelle NC-Werte veröffentlichen hochschulstart.de und die jeweiligen Hochschulen jeweils erst nach Abschluss des Zulassungsverfahrens.

Fachbereich Typisches NC-Niveau Vergabeart
Humanmedizin Sehr hoch Bundesweit, hochschulstart.de
Zahnmedizin Sehr hoch Bundesweit, hochschulstart.de
Pharmazie Hoch Bundesweit, hochschulstart.de
Psychologie Hoch Dezentral, je Hochschule
Rechtswissenschaft Mittel bis hoch Dezentral, je Hochschule
Betriebswirtschaftslehre Mittel, standortabhängig Dezentral, teils zulassungsfrei
Informatik Gering bis mittel, standortabhängig Dezentral, teils zulassungsfrei
Ingenieurwissenschaften Oft zulassungsfrei bis gering Dezentral, teils zulassungsfrei

Warum unterscheidet sich der NC zwischen Hochschulen?

Derselbe Studiengang kann an einer stark nachgefragten Hochschule in einer Großstadt einen deutlich höheren NC haben als an einem kleineren Standort mit weniger Bewerbungen pro Platz. Faktoren wie Studienstandort, Ruf der Fakultät, Lebenshaltungskosten am Hochschulort und Anzahl der angebotenen Plätze beeinflussen das Verhältnis von Bewerbungen zu Plätzen und damit den resultierenden NC. Wer bei einem gewünschten Fach an einer Hochschule den NC nicht erreicht, findet an einem anderen Standort mit identischem Studiengang mitunter deutlich bessere Chancen. Auch die Anzahl der Studienplätze, die eine Hochschule pro Jahrgang anbietet, spielt eine wichtige Rolle: Standorte mit größerem Platzangebot können bei gleicher Bewerberzahl tendenziell einen niedrigeren NC aufweisen.

Die Entwicklung von NC-Werten hängt eng mit der Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger sowie der Attraktivität einzelner Fächer zusammen. Ein Überblick zur allgemeinen Entwicklung der Studierendenzahlen in Deutschland liefert der Beitrag Studierendenzahlen Deutschland 2026. Steigen die Bewerberzahlen in einem Fach schneller als das Platzangebot, tendiert der NC tendenziell nach oben; werden zusätzliche Studienplätze geschaffen oder sinkt die Nachfrage, kann der NC in folgenden Semestern wieder sinken. Diese Dynamik erklärt, warum sich NC-Werte selbst am selben Standort von Jahr zu Jahr spürbar verschieben können.

Ein weiterer Faktor ist die Zahl internationaler Bewerbungen an einzelnen Standorten, die zusätzliche Konkurrenz um Studienplätze in stark nachgefragten Fächern schaffen kann. Einen Überblick dazu liefert der Beitrag Internationale Studierende in Deutschland. Auch die Entwicklung der Hochschulabsolventenzahlen insgesamt gibt Hinweise darauf, in welchen Fächern der Nachfragedruck langfristig zu- oder abnimmt, wie im Beitrag Hochschulabsolventen Deutschland Statistik eingeordnet.

Liniendiagramm zur Entwicklung von Numerus-Clausus-Werten über mehrere Semester
NC-Werte verschieben sich von Semester zu Semester je nach Bewerberlage und Platzangebot.

Welche Rolle spielen Studienkosten bei der Standortwahl?

Neben dem NC lohnt sich bei der Standortwahl auch ein Blick auf die zu erwartenden monatlichen Lebenshaltungskosten, da diese zwischen Hochschulstädten teils erheblich variieren. Wer bei mehreren Standorten mit vergleichbarem NC die Wahl hat, kann die Entscheidung sinnvoll auch anhand der Studienkosten treffen — insbesondere Mietniveau und Semesterbeitrag unterscheiden sich zwischen Großstädten und kleineren Hochschulstädten teils erheblich. Ein ausführlicher Datenüberblick dazu findet sich im Beitrag Studienkosten in Deutschland 2026.

Hat ein hoher NC Einfluss auf spätere Studienabbrüche?

Ein hoher NC bedeutet zunächst nur eine hohe fachliche Eingangsselektion über die Abiturnote, sagt aber nicht automatisch etwas über die individuelle Eignung für ein Fach aus. Umgekehrt zeigen niedrigschwelligere, zulassungsfreie Studiengänge teils höhere Abbruchquoten, unter anderem weil die Studienwahl seltener durch ein wettbewerbsintensives Auswahlverfahren vorab getestet wird. Einen differenzierten Überblick zu Ursachen und Größenordnungen von Studienabbrüchen in Deutschland liefert der Beitrag Studienabbruch-Statistik Deutschland. Wer sich für ein Fach mit hohem NC entscheidet, sollte den NC deshalb als Zulassungshürde verstehen, nicht als Prognose für den eigenen Studienerfolg.

Was tun, wenn der Wunsch-NC nicht erreicht wird?

Wird der NC am Wunschstandort verfehlt, gibt es mehrere reguläre Alternativen: die Bewerbung an einem anderen Hochschulstandort mit niedrigerem NC, die Nutzung von Wartesemestern beziehungsweise der Zusätzlichen Eignungsquote bei bundesweit vergebenen Fächern, die Teilnahme an fachspezifischen Auswahlgesprächen oder Tests der Hochschulen sowie – je nach Fach – ein Auslandsstudium mit späterem Wechsel. Für Medizin sind diese Wege im Detail im Beitrag Medizin studieren trotz NC beschrieben.

Wer im Rahmen eines Auswahlgesprächs oder für ein Motivationsschreiben Unterstützung bei Struktur und Formulierung sucht, kann dafür unter anderem den KI-Schreibassistenten Tesify nutzen, der auch außerhalb klassischer Abschlussarbeiten bei der Gliederung von Bewerbungstexten hilft.

Studentin mit Zulassungsbescheid vor einem Universitätsgebäude
Wer den NC verfehlt, hat mit anderen Standorten, Wartesemestern oder Auswahlgesprächen mehrere reguläre Alternativen.

Häufige Fragen

Wo finde ich die aktuellen, verbindlichen NC-Werte für mein Wunschfach?

Verbindliche NC-Werte für bundesweit vergebene Fächer wie Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin veröffentlicht die Stiftung für Hochschulzulassung nach Abschluss des jeweiligen Verfahrens auf hochschulstart.de. Für dezentral vergebene Fächer stellen die einzelnen Hochschulen ihre Werte auf den eigenen Bewerbungsportalen bereit.

Ist Psychologie ein bundesweit zulassungsbeschränktes Fach?

Nein, Psychologie gehört trotz hoher Nachfrage an vielen Standorten nicht zu den vier bundesweit über hochschulstart.de vergebenen Fächern Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. Die Vergabe erfolgt dezentral durch die jeweilige Hochschule.

Kann sich der NC von Semester zu Semester ändern?

Ja, der NC wird jedes Semester neu aus dem aktuellen Verhältnis von Bewerbungen zu verfügbaren Plätzen ermittelt. Ein niedrigerer oder höherer NC im Vorsemester ist deshalb keine verlässliche Garantie für das kommende Semester.

Was ist der Unterschied zwischen NC und Wartezeit?

Der NC bezieht sich auf die Zulassung nach Abiturnote beziehungsweise Auswahlkriterien der Hochschule. Die Wartezeit beziehungsweise Zusätzliche Eignungsquote ist ein separater Vergabeweg, bei dem unter anderem die Zeit seit dem Schulabschluss oder andere Eignungskriterien berücksichtigt werden, um auch Bewerbenden mit niedrigerer Abiturnote eine Zulassungschance zu geben.

Gibt es Studiengänge ganz ohne NC?

Ja, viele Studiengänge sind zulassungsfrei, das heißt, jede Bewerbung mit den formalen Zugangsvoraussetzungen wird angenommen. Das betrifft vor allem Fächer mit geringerer Nachfrage im Verhältnis zu den verfügbaren Plätzen, häufig in Ingenieurwissenschaften oder Naturwissenschaften an kleineren Standorten.

Hilft ein niedrigerer NC an einem anderen Hochschulstandort wirklich?

In vielen Fällen ja, da derselbe Studiengang je nach Standort, Bewerberzahl und regionaler Attraktivität sehr unterschiedliche NC-Werte haben kann. Ein Vergleich mehrerer Standorte über die Bewerbungsportale der jeweiligen Hochschulen lohnt sich deshalb vor der endgültigen Studienwahl.

Zählt der NC des Vorjahres als verbindliche Prognose?

Nein, der NC eines vergangenen Semesters ist lediglich eine Orientierungshilfe. Da er von der jeweils aktuellen Bewerberlage abhängt, kann er im nächsten Semester spürbar höher oder niedriger ausfallen, selbst wenn sich am Studiengang und an der Zahl der Plätze nichts geändert hat.

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