et al. richtig verwenden: Mehrere Autoren zitieren 2026
Et al. mehrere Autoren zitieren heißt: Statt bei jedem Verweis alle Namen einer Publikation auszuschreiben, wird nur der erste Autor genannt und die übrigen mit „et al.“ abgekürzt — die genaue Schwelle, ab der das erlaubt ist, unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen APA, Harvard, MLA und den Vorgaben für das Literaturverzeichnis.
Gerade dieser Unterschied sorgt in Abschlussarbeiten regelmäßig für Punktabzug: Wer die APA-Regel automatisch auf Harvard oder MLA überträgt, zitiert formal falsch, auch wenn der Inhalt stimmt. Dieser Artikel stellt die Schwellenwerte aller gängigen Stile nebeneinander, erklärt die Herkunft von „et al.“ und zeigt, wie die Regel im Literaturverzeichnis von der Regel im Fließtext abweicht.
Woher kommt et al.?
„Et al.“ ist die Abkürzung des lateinischen „et alii“ (männlich), „et aliae“ (weiblich) oder „et alia“ (neutrum) und bedeutet wörtlich „und andere“. In wissenschaftlichen Texten wird die Formel seit Jahrzehnten genutzt, um Zitate kompakt zu halten, wenn eine Publikation mehr Autoren hat, als sinnvoll im Fließtext genannt werden können. Wichtig: „et“ ist ein vollständiges lateinisches Wort und wird nicht abgekürzt, nur „al.“ trägt den Punkt, da es für „alii“ steht.
Die Regel betrifft ausschließlich die Nennung im laufenden Text und in Klammerverweisen — sie ersetzt nicht die vollständige Auflistung aller Autoren im Literaturverzeichnis, wo je nach Stil andere Schwellenwerte gelten.

Wie lautet die Regel in APA 7?
APA 7 hat die Regeln gegenüber APA 6 deutlich vereinfacht: Bei drei oder mehr Autoren wird ab dem allerersten In-Text-Zitat nur der erste Autor plus „et al.“ genannt, zum Beispiel (Meier et al., 2024). Das gilt unabhängig davon, ob es sich um das erste oder zehnte Zitat dieser Quelle in der Arbeit handelt — anders als in APA 6, wo beim ersten Zitat noch alle Autoren bis zu fünf ausgeschrieben werden mussten.
- Ein Autor: (Meier, 2024)
- Zwei Autoren: (Meier & Schulz, 2024) — beide Namen werden immer ausgeschrieben.
- Drei oder mehr Autoren: (Meier et al., 2024) — ab dem ersten Zitat.
Eine Ausnahme entsteht, wenn zwei verschiedene Quellen zum gleichen „et al.“-Kurzverweis führen würden. In diesem Fall werden so viele Autoren ausgeschrieben, bis sich die beiden Verweise eindeutig unterscheiden lassen, gefolgt von „et al.“ für den Rest. Details zum Grundformat liefert unser Leitfaden zu APA zitieren (APA 7).
Was hat sich von APA 6 zu APA 7 geändert?
In APA 6, das bis 2019 galt, mussten bei Quellen mit drei bis fünf Autoren beim ersten Zitat innerhalb der Arbeit noch alle Namen ausgeschrieben werden; erst bei jeder weiteren Nennung durfte auf „et al.“ zurückgegriffen werden. Ab sechs Autoren war „et al.“ bereits beim ersten Zitat erlaubt. Diese Regelung erforderte, dass Studierende sich für jede Quelle merkten, ob sie schon einmal zitiert worden war.
APA 7 hat diese Unterscheidung abgeschafft: Ab drei Autoren gilt „et al.“ konsequent bei jedem Zitat, unabhängig davon, ob es die erste oder eine spätere Nennung ist. Diese Vereinfachung reduziert Inkonsistenzen deutlich, bedeutet aber auch, dass ältere Zitiervorlagen oder Beispielarbeiten aus der Zeit vor 2019 die heute geltende Regel nicht mehr korrekt abbilden — ein häufiger Stolperstein, wenn alte Musterarbeiten als Vorlage dienen.
Vergleichstabelle: et al. in allen Stilen
| Stil | Schwelle im Fließtext | Besonderheit |
|---|---|---|
| APA 7 | ab 3 Autoren | gilt ab dem ersten Zitat, auch beim ersten Auftreten der Quelle |
| Harvard | meist ab 4 Autoren | bei 2-3 Autoren werden alle Namen genannt, Details variieren je nach Leitfaden der Hochschule |
| MLA 9 | ab 3 Autoren | bei zwei Autoren wird „and“ statt „et al.“ verwendet, z. B. (Brown and Davis 89) |
| Chicago (Autor-Jahr) | ab 4 Autoren | bei 2-3 Autoren alle Namen, ab 4 nur der erste plus et al. |
| DIN 1505 / deutsche Praxis | variiert, oft ab 3-4 | viele deutsche Institute verlangen „u. a.“ statt „et al.“, die Schwelle wird meist vom Institut selbst festgelegt |
Diese Unterschiede zeigen: Wer zwischen Stilen wechselt, etwa von Harvard zu MLA, muss die Autorenschwelle jedes Mal neu prüfen, da ein Standardwert über alle Stile hinweg nicht existiert.
Gilt im Literaturverzeichnis dieselbe Regel?
Nein — im Literaturverzeichnis gilt in vielen Stilen eine großzügigere Regel als im Fließtext. In APA 7 etwa werden im Literaturverzeichnis bis zu 20 Autoren namentlich aufgeführt; erst ab dem 21. Autor wird nach dem 19. Namen ein Auslassungszeichen (Ellipse) gesetzt und der letzte Autor separat genannt, ohne „et al.“ zu verwenden. Im Fließtext dagegen greift, wie oben gezeigt, schon ab drei Autoren die verkürzte Form.
Bei MLA werden im Works-Cited-Eintrag ebenfalls nur der erste Autor plus „et al.“ genannt, sobald eine Quelle drei oder mehr Autoren hat — hier stimmen Fließtext- und Verzeichnisregel überein. Grundlegende Prinzipien zum Aufbau eines Verzeichnisses erklärt unser Leitfaden zum Literaturverzeichnis erstellen.
Ist „u. a.“ dasselbe wie et al.?
„U. a.“ steht für „und andere“ und wird in manchen deutschsprachigen Leitfäden, insbesondere nach DIN 1505 oder in institutseigenen Richtlinien, als deutsche Alternative zu „et al.“ verwendet. Funktional erfüllen beide Abkürzungen denselben Zweck. Entscheidend ist, konsequent bei einer Variante zu bleiben: Wer in einer Arbeit einmal „et al.“ verwendet, sollte nicht an anderer Stelle zu „u. a.“ wechseln, da Gutachter das als Inkonsistenz werten.
Manche Institute schreiben explizit vor, welche Variante zu verwenden ist — ein Blick in den Leitfaden des Lehrstuhls oder Fachbereichs klärt das im Zweifel schneller als eine allgemeine Regel.
Beispiele aus der Praxis
- APA, drei Autoren: „Frühere Studien zeigen einen deutlichen Effekt (Krause et al., 2023).“
- MLA, drei Autoren: „Diese These wird gestützt (Krause et al. 145).“
- Harvard, zwei Autoren: „Krause and Berger (2023) argumentieren, dass …“ — hier werden beide Namen genannt, da die Schwelle für „et al.“ noch nicht erreicht ist.
- Literaturverzeichnis APA, sechs Autoren: Alle sechs Autoren werden vollständig aufgeführt, da die 20er-Grenze bei Weitem nicht erreicht ist — nur im Fließtext würde man mit „Krause et al.“ abkürzen.

Wie verhält sich et al. bei Sekundärzitaten?
Bei Sekundärzitaten — wenn eine Quelle nicht im Original, sondern über die Wiedergabe in einer anderen Publikation zitiert wird — gilt die „et al.“-Regel für beide beteiligten Werke unabhängig voneinander. In APA lautet die Formel dann etwa: (Meier et al., 2018, zitiert nach Schulz et al., 2023). Beide Autorengruppen werden nach der jeweils für sie geltenden Schwelle abgekürzt oder ausgeschrieben.
Wichtig ist, dass Sekundärzitate ohnehin sparsam eingesetzt werden sollten, da sie die Nähe zur ursprünglichen Quelle verringern. Wo immer möglich, sollte das Originalwerk beschafft und direkt zitiert werden, statt sich auf die Wiedergabe eines anderen Autors zu verlassen — das gilt unabhängig von der „et al.“-Frage und ist ein allgemeiner Grundsatz guter wissenschaftlicher Praxis.
Welche Fehler passieren am häufigsten?
- „et al.“ kursiv setzen: In APA und MLA wird „et al.“ nicht kursiviert, da es als etablierter Fachbegriff gilt.
- Punkt nach „et“ setzen: Nur „al.“ erhält einen Punkt, „et“ ist ein vollständiges Wort und braucht keinen.
- Stile mischen: Die APA-Schwelle von drei Autoren unreflektiert auf Harvard oder Chicago übertragen, obwohl dort andere Werte gelten.
- Komma vor „et al.“ in APA vergessen: Korrekt ist (Meier et al., 2024) mit Komma vor der Jahreszahl, aber ohne Komma zwischen Autor und „et al.“
- Im Literaturverzeichnis vorschnell kürzen: Nur weil im Fließtext „et al.“ verwendet wird, heißt das nicht automatisch, dass im Verzeichnis dieselbe Kürzung gilt.
- Veraltete APA-6-Regel anwenden: Nach altem Muster beim ersten Zitat alle Autoren ausschreiben, obwohl APA 7 durchgehend „et al.“ ab drei Autoren vorschreibt.
FAQ
Was bedeutet et al.?
Et al. ist die Abkürzung für das lateinische et alii beziehungsweise et aliae und bedeutet und andere. Es wird verwendet, um bei mehreren Autoren nicht alle Namen ausschreiben zu müssen, sondern nur den ersten Autor zu nennen und die übrigen mit et al. zusammenzufassen.
Ab wie vielen Autoren verwendet man et al. in APA?
In APA 7 wird et al. bereits ab dem ersten In-Text-Zitat verwendet, sobald eine Quelle drei oder mehr Autoren hat. Nur der erste Autor wird genannt, gefolgt von et al.
Wie unterscheidet sich die et al.-Regel zwischen APA und Harvard?
APA 7 nutzt et al. ab drei Autoren durchgehend im Text. Harvard verwendet je nach Leitfaden häufig erst ab vier Autoren et al. und schreibt bei zwei bis drei Autoren alle Namen aus.
Wird et al. auch im Literaturverzeichnis verwendet?
Im Literaturverzeichnis werden je nach Stil und Vorgabe entweder alle Autoren ausgeschrieben oder ab einer bestimmten Anzahl, häufig ab 21 Autoren in APA 7, mit et al. gekürzt. Im Fließtext gilt dagegen fast immer die niedrigere Schwelle von drei Autoren.
Ist u. a. dasselbe wie et al.?
U. a. steht für und andere und wird in manchen deutschsprachigen Leitfäden als Alternative zu et al. verwendet. Beide Abkürzungen erfüllen dieselbe Funktion, es empfiehlt sich jedoch, konsequent bei einer Variante zu bleiben, sofern der Stilleitfaden nichts anderes vorschreibt.
Muss et al. kursiv geschrieben werden?
In APA und den meisten anderen Stilen wird et al. nicht kursiv gesetzt, da es als etablierter akademischer Fachbegriff gilt. MLA verlangt ebenfalls die reguläre Schriftform ohne Kursivierung.
Fazit: Schwellenwerte kennen, nicht raten
Die „et al.“-Regel wirkt auf den ersten Blick simpel, unterscheidet sich aber in ihren Schwellenwerten deutlich zwischen APA, Harvard, MLA und Chicago. Wer unsicher ist, sollte im Stilleitfaden der eigenen Hochschule nachschlagen oder sich an der Vergleichstabelle in diesem Artikel orientieren, bevor die Abschlussarbeit final formatiert wird. Konsistenz ist dabei wichtiger als Perfektion im Einzelfall — einmal gewählt, sollte die Regel durch die gesamte Arbeit hindurch gleich angewendet werden.
