Studierende nach Fachbereich in der Schweiz 2025/26: die Zahlen des BFS

Im Studienjahr 2025/26 verteilen sich die Studierenden an Schweizer Hochschulen auf sieben Fachbereichsgruppen an den universitären Hochschulen und zwölf Fachbereiche an den Fachhochschulen. Die grösste Einzelgruppe sind die Geistes- und Sozialwissenschaften mit 46 286 Studierenden, der grösste Fachhochschulbereich ist Wirtschaft und Dienstleistungen mit 29 578. Quelle ist das Bundesamt für Statistik (BFS), Erhebung SHIS-studex.

Während die Gesamtzahlen nach Hochschultyp gut dokumentiert sind, wird die Ebene darunter selten aufbereitet — dabei ist sie diejenige, die für eine Arbeit über Studienwahl, Fachkultur oder Geschlechterverteilung tatsächlich gebraucht wird. Dieser Beitrag stellt beide Tabellen vollständig dar, benennt die auffälligen Werte und erklärt, welche Kennzahlen sich daraus bilden lassen und welche nicht.

Balkendiagramm der Studierendenzahlen nach Fachbereichsgruppe an Schweizer Hochschulen
Die Fachbereiche unterscheiden sich um mehr als zwei Grössenordnungen: von 208 Studierenden im Sport bis 46 286 in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Inhalt

Universitäre Hochschulen: sieben Fachbereichsgruppen

Fachbereichsgruppe Eintritte Studierende Anteil % Frauen % Ausland
Geistes- und Sozialwissenschaften 6 081 46 286 26,2 % 70,0 27,8
Exakte und Naturwissenschaften 4 873 36 422 20,7 % 40,1 48,3
Wirtschaftswissenschaften 3 950 24 440 13,9 % 35,3 37,3
Medizin und Pharmazie 2 736 23 973 13,6 % 64,6 26,7
Technische Wissenschaften 3 001 22 906 13,0 % 33,7 47,7
Recht 2 420 16 856 9,6 % 63,3 20,5
Interdisziplinäre und Andere 540 5 449 3,1 % 48,9 29,0
Total 23 601 176 332 100 % 52,3 35,1

Quelle: BFS – SHIS-studex, «Eintritte (auf Stufen Bachelor/Diplom) und Studierende an den universitären Hochschulen nach Fachbereichsgruppe, Geschlecht und Staatsangehörigkeit (Kategorie), 2025/26». Anteile von uns berechnet.

Die sieben Werte summieren sich exakt auf die publizierte Gesamtzahl von 176 332. Es gibt also keine nicht ausgewiesene Restkategorie, die man in einer Auswertung berücksichtigen müsste — ein Kontrollschritt, der sich vor jeder Weiterverwendung einer Statistiktabelle lohnt.

Fachhochschulen: zwölf Fachbereiche

Fachbereich Eintritte Studierende Anteil % Frauen % Ausland
Wirtschaft und Dienstleistungen 6 320 29 578 34,1 % 45,2 22,1
Technik und IT 3 693 14 833 17,1 % 16,2 21,2
Gesundheit 2 718 10 518 12,1 % 80,4 18,5
Soziale Arbeit 1 931 8 182 9,4 % 73,6 12,8
Musik, Theater und andere Künste 970 6 972 8,0 % 56,3 54,7
Architektur, Bau- und Planungswesen 1 016 4 341 5,0 % 35,4 25,2
Design 765 3 730 4,3 % 64,6 31,2
Chemie und Life Sciences 738 3 610 4,2 % 54,2 20,8
Angewandte Psychologie 548 3 325 3,8 % 73,7 8,7
Angewandte Linguistik 257 959 1,1 % 75,5 9,9
Land- und Forstwirtschaft 137 485 0,6 % 45,2 6,4
Sport 33 208 0,2 % 31,3 4,3
Total 19 126 86 741 100 % 50,2 23,0

Quelle: BFS – SHIS-studex, «Eintritte (auf Stufe Bachelor) und Studierende an den Fachhochschulen nach Fachbereich, Geschlecht und Staatsangehörigkeit (Kategorie), 2025/26». Anteile von uns berechnet. Auch hier summieren die zwölf Werte exakt auf 86 741.

Auffällig ist die Konzentration: Die drei grössten Fachbereiche — Wirtschaft und Dienstleistungen, Technik und IT sowie Gesundheit — vereinen 63,3 Prozent aller Fachhochschulstudierenden auf sich. Die sechs kleinsten zusammen kommen auf weniger als 14 Prozent.

Der Frauenanteil: 64,2 Prozentpunkte Spannweite

Zwei gegenuebergestellte Spalten, die die unterschiedliche Fachbereichsstruktur von universitaeren Hochschulen und Fachhochschulen zeigen
Der ausgeglichene Gesamtwert von 53,3 Prozent Frauen entsteht aus stark gegenläufigen Fachbereichen, nicht aus einer gleichmässigen Verteilung.

Über alle Hochschultypen liegt der Frauenanteil 2025/26 bei 53,3 Prozent — ein Wert, der Ausgewogenheit suggeriert. Auf Fachbereichsebene zerfällt dieser Eindruck vollständig.

  • Höchster Wert: Gesundheit (FH) mit 80,4 Prozent.
  • Niedrigster Wert: Technik und IT (FH) mit 16,2 Prozent.
  • Spannweite: 64,2 Prozentpunkte zwischen diesen beiden Fachbereichen.

Über 50 Prozent Frauenanteil erreichen 10 der 19 Fachbereiche. Die Verteilung ist also nicht so, dass ein paar Ausreisser einen ansonsten gleichmässigen Wert stören — sie ist durchgehend polarisiert, mit einer Häufung hoher Werte in den gesundheits-, sozial- und sprachbezogenen Bereichen (Gesundheit 80,4; Angewandte Linguistik 75,5; Angewandte Psychologie 73,7; Soziale Arbeit 73,6; Geistes- und Sozialwissenschaften 70,0) und niedriger Werte in Technik und Wirtschaft (Technik und IT 16,2; Sport 31,3; Technische Wissenschaften 33,7; Wirtschaftswissenschaften 35,3).

Bemerkenswert ist Recht mit 63,3 Prozent: Der Fachbereich liegt deutlich über dem Durchschnitt, was der verbreiteten Vorstellung eines ausgeglichenen Jurastudiums widerspricht.

Ein Hinweis zur Interpretation: Diese Zahlen beschreiben Studierendenbestände, nicht Zugangschancen und nicht Abschlussquoten. Wer aus dem Frauenanteil eines Fachbereichs auf dessen Zugänglichkeit schliesst, überdehnt die Datenbasis. Für Aussagen über Verläufe braucht es Kohortendaten.

Der Auslandsanteil: von 4,3 auf 54,7 Prozent

Noch stärker streut der Anteil ausländischer Staatsangehöriger. Der Gesamtwert liegt bei 29,4 Prozent über alle Hochschultypen; die Fachbereiche reichen von 4,3 Prozent (Sport, FH) bis 54,7 Prozent (Musik, Theater und andere Künste, FH).

Zwei Muster stechen heraus. Erstens die forschungsintensiven universitären Fächer: Exakte und Naturwissenschaften kommen auf 48,3 Prozent, Technische Wissenschaften auf 47,7 Prozent — in beiden ist beinahe die Hälfte der Studierenden ausländischer Staatsangehörigkeit. Zweitens die Künste: Mit 54,7 Prozent ist Musik, Theater und andere Künste der einzige Fachbereich, in dem ausländische Staatsangehörige die Mehrheit stellen.

Am anderen Ende stehen Fachbereiche mit ausgeprägtem Bezug zum schweizerischen Arbeitsmarkt und zu seinen Berufsregelungen: Sport 4,3 Prozent, Land- und Forstwirtschaft 6,4 Prozent, Angewandte Psychologie 8,7 Prozent, Angewandte Linguistik 9,9 Prozent.

Wichtig für die korrekte Verwendung: Diese Spalte weist die Staatsangehörigkeit aus. Sie ist nicht identisch mit der Bildungsherkunft, also der Frage, wo jemand den Zulassungsausweis erworben hat. Gesamthaft liegt der Anteil nach Staatsangehörigkeit bei 29,4 Prozent, jener der Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer bei 22,7 Prozent. Wer die erste Zahl verwendet, um internationale Mobilität zu beschreiben, überschätzt sie deutlich.

Studierende je Eintritt — und warum das keine Studiendauer ist

Beide Tabellen weisen neben dem Bestand auch die Eintritte auf Bachelor- beziehungsweise Diplomstufe aus. Das Verhältnis der beiden Werte ist aufschlussreich, wird aber leicht falsch gelesen.

Fachbereich Studierende je Eintritt
Interdisziplinäre und Andere (UH) 10,1
Medizin und Pharmazie (UH) 8,8
Geistes- und Sozialwissenschaften (UH) 7,6
Musik, Theater und andere Künste (FH) 7,2
Wirtschaft und Dienstleistungen (FH) 4,7
Gesundheit (FH) 3,9
Land- und Forstwirtschaft (FH) 3,5

Auswahl; Werte von uns aus den publizierten Absolutzahlen berechnet.

Systematisch liegt das Verhältnis an den universitären Hochschulen höher (6,2 bis 10,1) als an den Fachhochschulen (3,5 bis 7,2). Diese Kennzahl misst jedoch keine Studiendauer. Sie ist ein Verhältnis von Bestand zu Zufluss und wird von mindestens vier Faktoren gleichzeitig beeinflusst:

  • der Anzahl Studierender, die nach dem Bachelor im selben Fachbereich ein Masterstudium anschliessen;
  • dem Anteil Teilzeitstudierender;
  • der Regelstudienzeit des Fachbereichs;
  • Zu- und Abgängen, die nicht als Eintritt auf Bachelorstufe gezählt werden — etwa Direkteinstiege ins Masterstudium aus dem Ausland.

Der hohe Wert bei Medizin und Pharmazie ist mit langen, durchgehend besuchten Studiengängen plausibel vereinbar; der hohe Wert bei den Künsten dagegen eher mit Masteranschlüssen und internationalem Direkteinstieg. Die Kennzahl ist also ein Hinweis auf Strukturunterschiede, kein Mass für irgendetwas Einzelnes. Wer sie in einer Arbeit verwendet, sollte genau das dazuschreiben.

Wie du diese Zahlen in einer Arbeit verwendest

  1. Nenne immer den Hochschultyp mit. «Gesundheit» ist ein Fachhochschulbereich, «Medizin und Pharmazie» eine universitäre Fachbereichsgruppe. Die beiden zu vergleichen, ohne das zu sagen, vergleicht unterschiedliche Bildungswege.
  2. Gib Absolutwert und Prozentwert gemeinsam an. «80,4 Prozent Frauen im Fachbereich Gesundheit (von 10 518 Studierenden)» ist überprüfbar; die Prozentzahl allein ist es nicht.
  3. Bilde keine Fachbereichssummen über die Hochschultypen hinweg ohne Erläuterung. Die Kategoriensysteme der beiden Tabellen sind nicht deckungsgleich — es gibt keinen gemeinsamen Fachbereich «Wirtschaft», der beide abdeckt.
  4. Vermeide Aussagen über Abbruch, Erfolg oder Dauer. Diese Tabellen sind Bestandsdaten. Für Verlaufsaussagen brauchst du andere Erhebungen.
  5. Zitiere Erhebung und Studienjahr. «BFS, SHIS-studex, 2025/26» plus Abrufdatum. Ohne Studienjahr ist eine Zahl aus einer jährlich fortgeschriebenen Reihe nicht auffindbar.

Für die Gesamtzahlen nach Hochschultyp und die Einordnung im Vergleich mit Deutschland und Österreich haben wir die Zahlen separat aufbereitet: Studierende in Österreich und der Schweiz im DACH-Vergleich. Wenn du diese Zahlen als Datengrundlage einer eigenen Auswertung nutzt, hilft dir die Übersicht zur Methodik der Bachelorarbeit beim Aufbau des entsprechenden Kapitels; wie die Arbeit am Ende beurteilt wird, beschreiben die Bewertungskriterien.

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Häufige Fragen

Welcher Fachbereich hat in der Schweiz die meisten Studierenden?

An den universitären Hochschulen sind es die Geistes- und Sozialwissenschaften mit 46 286 Studierenden im Studienjahr 2025/26, an den Fachhochschulen Wirtschaft und Dienstleistungen mit 29 578. Über beide Hochschultypen hinweg ist die universitäre Gruppe der Geistes- und Sozialwissenschaften die grösste Einzelkategorie.

In welchem Fach ist der Frauenanteil am höchsten?

Im Fachhochschulbereich Gesundheit mit 80,4 Prozent. Am niedrigsten liegt er in Technik und IT (Fachhochschulen) mit 16,2 Prozent. Die Spannweite zwischen beiden beträgt 64,2 Prozentpunkte, obwohl der Gesamtwert über alle Hochschultypen bei ausgeglichenen 53,3 Prozent liegt.

Wie hoch ist der Anteil ausländischer Studierender je Fachbereich?

Er reicht von 4,3 Prozent im Fachhochschulbereich Sport bis 54,7 Prozent in Musik, Theater und andere Künste. In den universitären Exakten und Naturwissenschaften (48,3 Prozent) und den Technischen Wissenschaften (47,7 Prozent) ist knapp die Hälfte der Studierenden ausländischer Staatsangehörigkeit. Die Spalte weist die Staatsangehörigkeit aus, nicht die Bildungsherkunft.

Kann ich aus diesen Zahlen die Studiendauer ableiten?

Nein. Das Verhältnis von Studierenden zu Eintritten wird gleichzeitig von Masteranschlüssen, Teilzeitstudium, Regelstudienzeit und Direkteinstiegen beeinflusst. Es zeigt Strukturunterschiede zwischen Fachbereichen, misst aber keine Studiendauer und keine Abbruchquote.

Sind die Fachbereiche der Universitäten und Fachhochschulen vergleichbar?

Nur eingeschränkt. Die beiden Tabellen verwenden unterschiedliche Kategoriensysteme: sieben Fachbereichsgruppen an den universitären Hochschulen, zwölf Fachbereiche an den Fachhochschulen. Es gibt keine gemeinsame Kategorie, die beide abdeckt, weshalb Summen über die Hochschultypen hinweg erläutert werden müssen.

Wie zitiere ich diese Tabellen korrekt?

Mit Amt (Bundesamt für Statistik), Erhebung (SHIS-studex), vollständigem Tabellentitel, Studienjahr 2025/26 und Abrufdatum. Wenn du daraus Anteile berechnest, weise aus, dass die Berechnung von dir stammt, und nenne die zugrunde liegenden Absolutwerte.

Quelle

Bundesamt für Statistik (BFS), Tertiärstufe – Hochschulen, Tabellen «Eintritte (auf Stufen Bachelor/Diplom) und Studierende an den universitären Hochschulen nach Fachbereichsgruppe, Geschlecht und Staatsangehörigkeit (Kategorie), 2025/26» sowie «Eintritte (auf Stufe Bachelor) und Studierende an den Fachhochschulen nach Fachbereich, Geschlecht und Staatsangehörigkeit (Kategorie), 2025/26», Erhebung SHIS-studex. Abgerufen am 12. August 2026. Anteile, Verhältniszahlen und Spannweiten von uns aus den publizierten Absolutwerten berechnet.

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