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Jurastudium in Zahlen 2026: Studierende, Frauenanteil und Entwicklung der Rechtswissenschaft

Im Wintersemester 2024/2025 waren nach den Langen Reihen des Statistischen Bundesamtes 115.272 Studierende im Studienfach Rechtswissenschaft eingeschrieben — davon 68.074 Frauen und 47.198 Männer. Der Frauenanteil liegt damit bei 59,1 Prozent. Das Fach stellt rund 4,0 Prozent aller Studierenden in Deutschland.

Wie viele Menschen studieren Rechtswissenschaft?

Die aktuellste Zahl aus der amtlichen Fachreihe bezieht sich auf das Wintersemester 2024/2025: 115.272 Studierende. Davon sind 106.003 deutsche Staatsangehörige; die restlichen 9.269 — knapp 8,0 Prozent — kommen aus dem Ausland. Der internationale Anteil liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt über alle Fächer, was zur starken nationalen Rechtsbindung des Studiengangs passt: Ein deutsches Staatsexamen qualifiziert für deutsches Recht.

Gemessen an allen 2.864.122 Studierenden derselben Erhebung entspricht das einem Anteil von 4,02 Prozent.

Warum zwei verschiedene Gesamtzahlen kursieren

Wer nach der Zahl aller Studierenden sucht, findet je nach Quelle 2,86 oder 2,88 Millionen. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage des Instruments:

  • Die Schnellmeldung liefert vorläufige Ergebnisse kurz nach Semesterbeginn — für das Wintersemester 2025/2026 rund 2.876.900 Studierende.
  • Die Langen Reihen enthalten die später konsolidierten Werte und weisen für das Wintersemester 2024/2025 2.864.122 Studierende aus.

Die Fachzahlen — und damit alle Angaben in diesem Beitrag — stammen aus den Langen Reihen. Wer einen Fachanteil berechnet, muss Zähler und Nenner aus derselben Reihe nehmen, sonst entsteht ein Scheinergebnis. Die Gesamtentwicklung über alle Fächer ist in den Studierendenzahlen für Deutschland aufbereitet.

Abstrakte Liniengrafik, die einen über Jahrzehnte steigenden Anteil darstellt
Der Frauenanteil in der Rechtswissenschaft hat die 50-Prozent-Marke zwischen 2000 und 2005 überschritten.

Wie hat sich die Zahl über die Jahre entwickelt?

Die Reihe zeigt keinen gleichmäßigen Trend, sondern eine deutliche Delle in den 2000er-Jahren und eine Erholung danach:

Wintersemester Studierende insgesamt davon Frauen Frauenanteil
2000/2001 102.889 48.693 47,3 %
2005/2006 92.198 47.313 51,3 %
2010/2011 92.577 50.007 54,0 %
2014/2015 109.605 60.195 54,9 %
2015/2016 112.271 61.908 55,1 %
2019/2020 117.117 66.154 56,5 %
2020/2021 119.285 68.252 57,2 %
2023/2024 114.515 67.138 58,6 %
2024/2025 115.272 68.074 59,1 %

Zwei Befunde stechen heraus. Erstens der Einbruch bis Mitte der 2000er-Jahre: Von 102.889 im Jahr 2000 fiel die Zahl auf rund 92.000 und blieb dort etwa ein Jahrzehnt. Zweitens der Wiederanstieg ab etwa 2011, der 2020/2021 mit 119.285 seinen bisherigen Höchstwert erreichte. Seither bewegt sich das Fach seitwärts auf hohem Niveau — der leichte Zuwachs von 2023/2024 auf 2024/2025 beträgt 757 Personen oder 0,7 Prozent.

Bemerkenswert ist, dass das Fach damit gegen den allgemeinen Trend läuft: Während die Gesamtzahl der Studierenden zwischen 2023/2024 und 2024/2025 leicht zurückging, legte die Rechtswissenschaft zu.

Warum ist der Frauenanteil so deutlich gestiegen?

Der Frauenanteil ist die konsistenteste Bewegung in der ganzen Reihe: von 47,3 Prozent im Jahr 2000 auf 59,1 Prozent im Jahr 2024 — knapp zwölf Prozentpunkte in 24 Jahren, ohne eine einzige Trendumkehr. Die Marke von 50 Prozent wurde zwischen 2000 und 2005 überschritten.

In absoluten Zahlen ist der Zusammenhang noch klarer: Die Zahl der Frauen stieg von 48.693 auf 68.074 (+39,8 Prozent), während die Zahl der Männer von 54.196 auf 47.198 sank (−12,9 Prozent). Der wachsende Anteil ist also nicht nur relativ — er beruht auf einer echten Zunahme bei Frauen und einem Rückgang bei Männern.

Ein Vorbehalt zur Einordnung: Diese Zahlen betreffen die Einschreibung, nicht den weiteren Berufsweg. Über Abschlussquoten, Examensergebnisse oder den Verbleib in juristischen Berufen sagt die Studierendenstatistik nichts. Wie sich ein ähnliches Muster in anderen Fächern darstellt, zeigt die Auswertung zum Frauenanteil im MINT-Studium; für die wissenschaftliche Laufbahn ist der Frauenanteil bei Promotionen die passendere Reihe.

Leerer Hörsaal einer juristischen Fakultät vor einer Klausur
Die Studierendenstatistik zählt Einschreibungen — über Examensergebnisse sagt sie nichts.

Wie ordnet sich Jura im Fächervergleich ein?

Innerhalb der amtlichen Langen Reihen lassen sich einzelne Studienfächer direkt vergleichen. Für dasselbe Wintersemester 2024/2025:

Studienfach Studierende 2024/2025
Rechtswissenschaft 115.272
Wirtschaftswissenschaften 88.144
Germanistik/Deutsch 62.047

Wichtig zur Lesart: Es handelt sich um einzelne Studienfächer, nicht um Fächergruppen. „Wirtschaftswissenschaften“ als Fach ist deutlich enger gefasst als die Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, in der auch Betriebswirtschaftslehre separat geführt wird. Wer Fächer mit Fächergruppen vergleicht, produziert zwangsläufig falsche Rangfolgen. Die Detailauswertung zum Fach findet sich in den Zahlen zu Wirtschaftswissenschaften.

Was bedeutet das für Studieninteressierte?

Aus den Zahlen lassen sich drei nüchterne Schlüsse ziehen. Die Nachfrage nach dem Fach ist stabil bis leicht wachsend — von einem Attraktivitätsverlust kann keine Rede sein. Der Studiengang bleibt überwiegend national ausgerichtet, was für Studieninteressierte aus dem Ausland eine reale Hürde beschreibt. Und die Geschlechterverteilung hat sich dauerhaft umgekehrt.

Was die Zahlen nicht liefern: Aussagen über Zulassungschancen. Dafür sind die Auswahlgrenzen der einzelnen Hochschulen maßgeblich, die in der Übersicht zu den NC-Werten zusammengestellt sind. Zum Aufbau der juristischen Ausbildung selbst gibt der Beitrag Was ist ein Staatsexamen? den Überblick.

Häufige Fragen zu Zahlen im Jurastudium

Wie viele Jurastudierende gibt es in Deutschland?

Im Wintersemester 2024/2025 waren nach den Langen Reihen des Statistischen Bundesamtes 115.272 Personen im Studienfach Rechtswissenschaft eingeschrieben. Das entspricht rund 4,0 Prozent aller Studierenden.

Wie hoch ist der Frauenanteil im Jurastudium?

Er lag im Wintersemester 2024/2025 bei 59,1 Prozent (68.074 von 115.272). Im Jahr 2000 waren es noch 47,3 Prozent.

Wird Jura immer unbeliebter?

Nein. Die Zahlen zeigen einen Rückgang bis Mitte der 2000er-Jahre auf rund 92.000, danach einen Anstieg auf 119.285 im Wintersemester 2020/2021 und seither eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Von 2023/2024 auf 2024/2025 gab es sogar ein leichtes Plus.

Wie viele internationale Studierende studieren Jura?

9.269 der 115.272 Studierenden hatten im Wintersemester 2024/2025 keine deutsche Staatsangehörigkeit — knapp 8,0 Prozent. Das ist unterdurchschnittlich und hängt mit der nationalen Ausrichtung des Staatsexamens zusammen.

Woher stammen diese Zahlen?

Aus den Langen Reihen der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Erhebungsstichtag jeweils Wintersemester. Sie unterscheiden sich von den früher veröffentlichten Schnellmeldungsergebnissen, weil letztere vorläufig sind und später konsolidiert werden.

Wer diese Zahlen zitieren möchte: Als Urheber ist das Statistische Bundesamt (Destatis) anzugeben, mit Angabe der Reihe und des Wintersemesters. Die passende Belegform für amtliche Statistiken steht im Beitrag zum Zitieren grauer Literatur.

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