Informatik-Studierende in Deutschland 2026: Zahlen, Frauenanteil & Abbruchquote

Informatik-Studierende in Deutschland 2026: Zahlen, Frauenanteil & Abbruchquote

267.249 Menschen waren zum Wintersemester 2024/25 laut Statistischem Bundesamt in Informatik-Studiengängen an deutschen Hochschulen eingeschrieben – ein neuer Höchststand. Diese Informatik-Studierende-Statistik zeigt gleichzeitig zwei gegenläufige Trends: Das Fach wächst stetig, doch der Frauenanteil bleibt niedrig und die Abbruchquote gehört zu den höchsten aller Studienfächer. Wer die Zahlen hinter der Schlagzeile „Fachkräftemangel in der IT“ verstehen will, kommt an diesen drei Datenpunkten nicht vorbei.

Der folgende Überblick fasst die aktuellen, zitierfähigen Zahlen aus Destatis-, DZHW- und Bitkom-Quellen zusammen: Studierendenzahlen im Zeitverlauf, regionale Verteilung, Geschlechterverteilung nach Teilfach, Abbruchgründe, Einstiegsgehälter und der Zusammenhang mit dem IT-Fachkräftebedarf.

Kurz beantwortet: Zum Wintersemester 2024/25 studierten 267.249 Menschen Informatik in Deutschland, davon 23,2 Prozent Frauen (61.970). Rund 40 Prozent aller Informatik-Studierenden an Universitäten brechen ihr Studium laut DZHW ab – deutlich mehr als im Fächerdurchschnitt. Trotzdem fehlten der Wirtschaft laut Bitkom im August 2025 rund 109.000 IT-Fachkräfte.

Wie viele Menschen studieren Informatik in Deutschland?

Zum Wintersemester 2024/25 zählte das Statistische Bundesamt 267.249 Studierende im Kernfach Informatik – ein Plus von rund 7.000 gegenüber dem Vorjahr. Damit ist Informatik eines der größten Einzelfächer an deutschen Hochschulen überhaupt und liegt in der Rangliste der beliebtesten Studienfächer unmittelbar hinter Betriebswirtschaftslehre. Zum Vergleich: Die Gesamtzahl aller Studierenden in Deutschland lag im Wintersemester 2025/26 bei 2.876.900 (vorläufige Zahl, Stand November 2025). Damit studiert rein rechnerisch fast jede und jeder elfte Studierende in Deutschland ein Informatik-Fach. Zum Vergleich: In der Humanmedizin stehen jährlich nur rund 12.000 Studienplätze zur Verfügung – ein Bruchteil der Informatik-Studierendenzahl, was den grundlegend anderen Zulassungsdruck beider Fächer erklärt.

Wintersemester Informatik-Studierende gesamt davon Frauen
2022/23 257.164 57.130
2023/24 260.078 58.459
2024/25 267.249 61.970

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Tabelle „Studierende in MINT-Fächern“. Endgültige Zahlen für Wintersemester 2025/26 erscheinen laut Destatis im Sommer 2026.

Abstrakte, aus Lichtlinien geformte Aufwärtskurve als Symbolbild für steigende Studierendenzahlen
Symbolbild: Wachstumstrend der Informatik-Studierendenzahlen

Wie hat sich die Studierendenzahl entwickelt?

Der Zuwachs von 2022/23 bis 2024/25 beträgt rund 10.000 Studierende beziehungsweise knapp 4 Prozent in zwei Jahren – ein moderates, aber stabiles Wachstum. Bei den Studienanfängerinnen und Studienanfängern zeigt sich ein uneinheitlicheres Bild: Für die MINT-Fächer insgesamt meldete Destatis für das Studienjahr 2024 rund 45.800 Erstsemester allein im Fach Informatik, dem beliebtesten MINT-Einzelfach überhaupt – noch vor Maschinenbau und Elektrotechnik. Die Mehrheit der Studierenden in Deutschland ist an Universitäten eingeschrieben (57,6 Prozent aller Studierenden im Wintersemester 2024/25), der Rest verteilt sich vor allem auf Fachhochschulen; für Informatik im Speziellen liegt der Fachhochschul-Anteil traditionell etwas höher als im Hochschuldurchschnitt, weil viele Bundesländer praxisnahe Bachelorstudiengänge in Angewandter Informatik anbieten. Wer eine vollständige Übersicht aller Studierendenzahlen in Deutschland nach Fächergruppe und Bundesland sucht, findet dort den Gesamtkontext zur Informatik-Statistik.

Wo in Deutschland studieren die meisten Menschen Informatik?

Als bevölkerungsreichstes Bundesland stellt Nordrhein-Westfalen auch bei den Informatik-Studierenden die größte Gruppe: Rund 39.600 Menschen waren dort laut dem „Ländercheck Informatik“ des Stifterverbands zum Wintersemester 2024/25 in Informatik-Studiengängen eingeschrieben – nach Betriebswirtschaftslehre das zweitbeliebteste Fach im Land. In Bayern ist Informatik ebenfalls das zweitbeliebteste Fach nach BWL, mit einer laut Ländercheck besonders positiven Entwicklung bei Absolventenzahlen und Frauenanteil. Diese Konzentration auf einzelne, bevölkerungsreiche Bundesländer mit starken technischen Hochschulstandorten überrascht wenig, spiegelt aber auch wider, wo IT-Arbeitgeber traditionell große Niederlassungen unterhalten.

Wie hoch ist der Frauenanteil in der Informatik?

Mit 23,2 Prozent erreichte der Frauenanteil im Kernfach Informatik zum Wintersemester 2024/25 zwar einen historischen Höchststand, bleibt aber einer der niedrigsten unter allen Studienfächern. Zwischen 2000 und den frühen 2020er-Jahren stieg der Anteil nur um wenige Prozentpunkte, bevor er zuletzt etwas schneller zulegte. Innerhalb der Informatik-Fächergruppe schwanken die Werte stark:

Teilfach Frauenanteil Anmerkung
Informatik (Kernfach) 23,2 % Größtes Teilfach, 267.249 Studierende
Wirtschaftsinformatik 23,4 % Rund 16.000 Studentinnen
Ingenieurinformatik / Technische Informatik 18 % Niedrigster Wert der Gruppe
Medizinische Informatik / Bioinformatik ≈ 47 % Kleine Fächer mit rund 3.000 Studierenden

Quelle: Destatis-Hochschulstatistik, Wintersemester 2024/25, zusammengefasst über CHE Hochschuldaten und Tech2STAY-Auswertungen amtlicher Daten.

Auffällig ist die Ausnahme in Medizinischer Informatik und Bioinformatik: Dort ist die Verteilung nahezu ausgeglichen, obwohl die absolute Studierendenzahl mit rund 3.000 klein ist. Für den MINT-Bereich insgesamt vermeldete Destatis für das Studienjahr 2024 einen Frauenanteil von 36 Prozent unter den Studienanfängerinnen und Studienanfängern – ein historischer Höchststand gegenüber 31 Prozent zehn Jahre zuvor, getragen vor allem von Fächern wie Innenarchitektur mit einem Frauenanteil von 87 Prozent. Informatik und insbesondere die technischen Informatik-Zweige bleiben davon deutlich abgekoppelt. Eine ausführlichere Einordnung liefert der Statistik-Überblick zum Frauenanteil in MINT-Studiengängen mit Vergleichen zu Ingenieurwesen und Mathematik.

Wie hoch ist die Abbruchquote im Informatik-Studium?

Informatik gehört laut der DZHW-Studienabbruchstudie 2023 (Heublein et al.) zu den Fächern mit der höchsten Abbruchquote. Aktuelle Auswertungen dieser Studie beziffern die Abbruchquote in Informatik-Bachelorstudiengängen an Universitäten auf rund 40 bis 41 Prozent – während sie in der Humanmedizin bei nur etwa 8 Prozent liegt. Damit liegt Informatik zusammen mit Mathematik und den Naturwissenschaften an der Spitze der Abbruchstatistik, deutlich über dem gesamtdeutschen Fächerdurchschnitt.

Warum brechen so viele ab? Das DZHW nennt vor allem Leistungsprobleme in den mathematiklastigen Grundlagenfächern des ersten Studienjahres, mangelnde Studienmotivation und – informatikspezifisch – die Verfügbarkeit gut bezahlter Berufsalternativen ohne formalen Abschluss als Haupttreiber. Viele Studienabbrecher in der Informatik wechseln direkt in eine Festanstellung, statt das Fach vollständig zu wechseln oder das Studium ganz aufzugeben.

Eine differenzierte Einordnung von Abbruchgründen, Fächervergleichen und Handlungsoptionen findet sich in der Gesamtstatistik zum Studienabbruch in Deutschland, die alle Fächergruppen und Hochschultypen vergleicht.

Wie viele Menschen schließen ein Informatik-Studium ab?

Im Prüfungsjahr 2024 wurden in Deutschland insgesamt 511.600 Hochschulabschlüsse erreicht, ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber 2023 (501.900), so Destatis. Die genaue Zahl der Informatik-Abschlüsse für 2024 veröffentlicht Destatis in der Fachserie 11, Reihe 4.2 sowie über die Datenbank GENESIS-Online; angesichts der hohen Abbruchquote liegt die Zahl der Absolventinnen und Absolventen deutlich unter der Zahl der ursprünglich eingeschriebenen Studierenden pro Jahrgang. Eine vollständige, fächerübergreifende Auswertung aller Abschlusszahlen bietet der Statistik-Überblick zu Hochschulabsolventen in Deutschland.

Wie viele internationale Studierende gibt es in der Informatik?

Informatik zählt neben Maschinenbau und Elektrotechnik traditionell zu den Fächern mit besonders hohem Anteil internationaler Studierender in Deutschland, unter anderem, weil viele Masterstudiengänge komplett auf Englisch angeboten werden und deutsche Hochschulen im internationalen Vergleich keine oder nur geringe Studiengebühren erheben. Eine vollständige Aufschlüsselung nach Herkunftsländern, Fächerwahl und Verbleib nach dem Abschluss liefert der Statistik-Überblick zu internationalen Studierenden in Deutschland, der auf DAAD/DZHW-Daten der Studie „Wissenschaft weltoffen“ basiert.

Was verdienen Informatik-Absolventinnen und -Absolventen?

Nach gängigen Gehaltsportalen wie get-in-it.de und berufsstart.de bewegen sich die Einstiegsgehälter von Informatik-Absolventinnen und -Absolventen 2026 überwiegend zwischen rund 42.000 und 54.000 Euro brutto im Jahr, abhängig von Abschlussart, Branche und Standort. Bachelorabsolventen starten tendenziell am unteren Ende dieser Spanne, Masterabsolventen erzielen häufig 5.000 bis 8.000 Euro mehr. Besonders hohe Einstiegsgehälter melden Branchen wie Unternehmensberatung, Energiewirtschaft und Industrie. Diese Portal-Daten sind keine amtliche Statistik, geben aber einen realistischen Orientierungsrahmen. Eine fächerübergreifende Einordnung mit Vergleichswerten für andere Studienfächer bietet der Statistik-Überblick zum Einstiegsgehalt nach Studienfach.

Computerraum einer Universität mit mehreren Arbeitsplätzen in Reihen
Symbolbild: Universitäres Computerlabor für Informatik-Studierende

Was bedeuten diese Zahlen für den IT-Fachkräftemangel?

Trotz wachsender Studierendenzahlen bleibt die Lücke am Arbeitsmarkt groß: Laut der Bitkom-Studie „Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte“ fehlten deutschen Unternehmen im August 2025 rund 109.000 IT-Fachkräfte – deutlich weniger als die 149.000 offenen Stellen zwei Jahre zuvor, aber immer noch ein erhebliches Volumen. 85 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einem spürbaren Mangel, nur 4 Prozent sehen ein Überangebot. 79 Prozent der Unternehmen erwarten laut Bitkom, dass sich der Mangel in den kommenden Jahren weiter verschärft.

Kennzahl Wert Zeitpunkt
Offene IT-Fachkräftestellen ≈ 109.000 August 2025
Unternehmen, die Mangel berichten 85 % Bitkom-Umfrage 2025
Erwartete weitere Verschärfung 79 % Bitkom-Umfrage 2025
Unternehmen, die verstärkt KI zur Entlastung einsetzen 8 % Bitkom-Umfrage 2025

Quelle: Bitkom e. V., Studienbericht „Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte“ 2025/2026.

Die Kombination aus steigenden Studienanfängerzahlen, einer strukturell hohen Abbruchquote und anhaltendem Fachkräftebedarf erklärt, warum Hochschulen bundesweit an Studieneingangsphasen, Tutorienprogrammen und Brückenkursen in Mathematik arbeiten – mit dem Ziel, mehr der eingeschriebenen Studierenden tatsächlich zum Abschluss zu bringen, ohne die Zulassungszahlen zu senken. Gleichzeitig zeigen die Bitkom-Zahlen, dass Unternehmen zunehmend auf Weiterbildung bestehender Belegschaften statt allein auf Hochschulabsolventinnen und -absolventen setzen, um die Lücke zu schließen. Für Journalistinnen und Bildungsforschende ergibt sich daraus ein klares Bild: Die Informatik ist zugleich das wachstumsstärkste MINT-Fach und dasjenige mit dem größten „Leck“ zwischen Einschreibung und Abschluss – zwei Zahlen, die sich nur gemeinsam sinnvoll interpretieren lassen.

Wer während des Studiums an einer eigenen schriftlichen Arbeit sitzt, kann für Recherche, Gliederung und Selbstorganisation unterstützende Werkzeuge wie Tesify nutzen – wichtig bleibt dabei, jede KI-Unterstützung gemäß den Vorgaben der eigenen Hochschule korrekt zu kennzeichnen.

Häufige Fragen

Wie viele Menschen studieren aktuell Informatik in Deutschland?

Zum Wintersemester 2024/25 waren laut Statistischem Bundesamt 267.249 Studierende in Informatik-Studiengängen eingeschrieben, ein neuer Höchststand. Endgültige Zahlen für 2025/26 veröffentlicht Destatis im Sommer 2026.

Wie hoch ist der Frauenanteil im Informatik-Studium?

Der Frauenanteil im Kernfach Informatik lag zum Wintersemester 2024/25 bei 23,2 Prozent (61.970 Studentinnen) und damit auf dem bisherigen Höchststand, ist aber weiterhin einer der niedrigsten unter allen Studienfächern.

Wie hoch ist die Abbruchquote im Informatik-Studium?

Laut DZHW-Studienabbruchstudie liegt die Abbruchquote in Informatik-Studiengängen an Universitäten bei rund 40 Prozent und damit deutlich über dem Fächerdurchschnitt von etwa 21 bis 28 Prozent.

Warum brechen so viele Informatik-Studierende ihr Studium ab?

Das DZHW nennt vor allem Leistungsprobleme in den mathematiklastigen Grundlagenfächern des ersten Studienjahres sowie mangelnde Studienmotivation als Hauptursachen, häufig verstärkt durch bereits vorhandene, gut bezahlte Berufsalternativen ohne Abschluss.

Wie groß ist der Fachkräftemangel in der IT-Branche aktuell?

Laut Bitkom fehlten der deutschen Wirtschaft im August 2025 rund 109.000 IT-Fachkräfte. 85 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einem Mangel, 79 Prozent erwarten eine weitere Verschärfung.

Welches Fach hat mehr Studierende: Informatik oder Wirtschaftsinformatik?

Das Kernfach Informatik ist deutlich größer als Wirtschaftsinformatik. Destatis weist beide Fächer getrennt aus; Wirtschaftsinformatik hat einen höheren Frauenanteil von 23,4 Prozent, aber insgesamt weniger Studierende als das Kernfach Informatik.

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